Was tun bei einer Abofalle in Österreich?
Kurz beantwortet
Nicht kündigen, sondern dem Vertragsschluss widersprechen — eine Kündigung setzt einen Vertrag voraus. Fordern Sie Nachweise für den behaupteten Abschluss an, prüfen Sie das Rücktrittsrecht nach dem FAGG, und lassen Sie unberechtigte Lastschriften zurückbuchen. Arbeiterkammer und VKI helfen kostenlos.
Der wichtigste Punkt zuerst
**Kündigen Sie nicht.** Eine Kündigung setzt voraus, dass ein Vertrag besteht. Wer kündigt, bestätigt im Ergebnis genau das, was er bestreiten will. Die richtige Erklärung lautet: „Ein Vertrag ist zwischen uns nicht zustande gekommen. Ich widerspreche der Forderung." Vorsorglich kann ergänzt werden: „Rein vorsorglich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht trete ich hilfsweise vom Vertrag zurück und kündige hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt." Damit ist auch der Fall abgedeckt, dass doch ein Vertrag zustande kam.
Nachweise verlangen
Wer einen Vertragsschluss behauptet, muss ihn im Streitfall belegen können. Fordern Sie deshalb ausdrücklich an: Wann, auf welchem Weg und mit welchen Angaben soll der Vertrag zustande gekommen sein? Diese Aufforderung ist wirksamer als jede Diskussion über den Sachverhalt. Bei unseriösen Anbietern bleibt die Antwort häufig aus — und ohne Nachweis ist die Forderung im Ernstfall nicht durchsetzbar. Setzen Sie eine Frist, etwa vierzehn Tage.
Das Rücktrittsrecht prüfen
Bei Fernabsatzverträgen besteht nach dem FAGG grundsätzlich ein vierzehntägiges Rücktrittsrecht. Der entscheidende Punkt bei Abofallen: **Wurde nicht ordnungsgemäss über das Rücktrittsrecht belehrt, verlängert sich die Frist erheblich.** Genau daran fehlt es bei unseriösen Angeboten typischerweise. Prüfen Sie also nicht nur, ob vierzehn Tage vergangen sind, sondern ob überhaupt belehrt wurde. Fehlt die Belehrung in der Bestellbestätigung, ist die Frist wahrscheinlich noch offen — auch nach Monaten.
Die Zahlungsseite
Bei SEPA-Lastschriften ohne gültiges Mandat besteht eine deutlich längere Widerspruchsfrist als bei autorisierten Lastschriften. Wichtig ist, den Vorgang unverzüglich nach Kenntnis anzuzeigen. Sperren Sie zusätzlich das Mandat bei Ihrer Bank, damit keine weiteren Abbuchungen erfolgen. Bei Kartenzahlungen läuft es über das Reklamationsverfahren des Kartenherausgebers.
Woran Sie eine Abofalle vorher erkennen
Vier Merkmale, die sich vor dem Klick prüfen lassen: Der **Gesamtpreis** steht nicht unmittelbar bei der Bestellschaltfläche, sondern in einer Fussnote oder erst danach. Die **Laufzeit** muss man suchen. Bei seriösen Angeboten steht sie neben dem Preis. Das **Impressum** ist unvollständig — keine ladungsfähige Anschrift, kein Vertretungsberechtigter, nur ein Kontaktformular. Ein ausländischer Firmensitz allein ist dagegen kein Warnsignal; entscheidend ist die Vollständigkeit. Eine **Kündigungsmöglichkeit** ist nicht auffindbar. Bleibt eine dieser Fragen offen, klicken Sie nicht.
Diese Seite nennt Gesetzesstellen, damit Sie sie nachschlagen können. Sie ersetzt keine Rechtsberatung — die Beurteilung eines Einzelfalls hängt vom konkreten Vertrag ab. Für eine verbindliche Einschätzung sind die Verbraucherzentralen oder eine Rechtsanwältin zuständig.
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